Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Untersuchung und keine individuelle medizinische Beratung.
Inhaltsverzeichnis
- Warum Gelenkschmerzen bei Kälte häufiger auftreten
- Arthrose im Winter: typische Veränderungen
- Was hilft wirklich? Alltagstipps im Überblick
- Wärme gezielt einsetzen
- Bewegung statt Ruhe
- Dosierung: Wie viel ist sinnvoll?
- Was du bei Arthrose im Winter eher meiden solltest
- Wie Physiotherapie unterstützen kann
- Wann du unbedingt zum Arzt musst – Red Flags
- FAQ: Häufige Fragen zu Gelenkschmerzen bei Kälte & Arthrose
Warum Gelenkschmerzen bei Kälte häufiger auftreten
Viele Menschen spüren Gelenkschmerzen bei Kälte, besonders in den Wintermonaten. Die genauen Mechanismen sind individuell verschieden, häufig spielen mehrere Faktoren zusammen:
- Kälte kann die Durchblutung im Gewebe reduzieren
- Muskeln rund um das Gelenk reagieren oft mit erhöhter Spannung
- Bewegung im Alltag nimmt im Winter häufig ab
- Feuchte und kalte Witterung kann die Schmerzwahrnehmung und das Unwohlsein verstärken
Gerade bei Arthrose reagieren Gelenke sensibler auf diese Veränderungen.
Arthrose im Winter: typische Veränderungen
Bei Arthrose berichten viele Betroffene im Winter verstärkt über:
- morgendliche Steifigkeit der Gelenke
- Anlaufschmerzen nach Ruhephasen
- eingeschränkte Beweglichkeit
- geringere Ausdauerfähigkeit bei Belastung
Wichtig: Diese Symptome deuten nicht automatisch auf ein Fortschreiten der Arthrose hin, sondern sind oft eine vorübergehende Reaktion auf Kälte und Bewegungsmangel.
Was hilft wirklich? Alltagstipps im Überblick
Wärme gezielt einsetzen
Wärme wird von vielen Menschen mit Arthrose als angenehm empfunden.
Geeignete Wärmequellen:
- Wärmflasche oder Kirschkernkissen
- warme Duschen oder Bäder
- wärmende Kleidung (z. B. Knie- oder Handgelenkswärmer)
👉 Wärme kann helfen, Muskelspannung zu reduzieren und Bewegungen zu erleichtern.
Bei akuten Entzündungszeichen (Rötung, starke Schwellung) sollte Wärme vorsichtig eingesetzt und ärztlich abgeklärt werden.
Bewegung statt Ruhe
Auch wenn es schwerfällt: Bewegung ist bei Arthrose im Sommer wie im Winter wichtig. Eine ausgeprägte Schonhaltung sollte vermieden werden. Bewegung in einem individuell passenden Rahmen kann dazu beitragen, Symptome zu lindern.

Geeignete Bewegungsformen sind zum Beispiel:
- Spazierengehen in moderatem Tempo
- Radfahren (auch Ergometer)
- gelenkschonende Gymnastik
- Beweglichkeitsübungen ohne Druck und Schwung
👉 Ziel ist es, die Gelenke regelmäßig zu bewegen, nicht sie zu überlasten.
Dosierung: Wie viel ist sinnvoll?
Ein häufiger Fehler ist das Prinzip „alles oder nichts“. Sinnvoller ist eine clevere Dosierung.
Praktische Beispiele:
- lieber 3× täglich 5–10 Minuten Bewegung als einmal 30 Minuten
- Belastung so wählen, dass keine deutliche Schmerzverschlechterung am nächsten Tag entsteht
- kurze Bewegungspausen nach längeren Sitzzeiten
Faustregel:
Während oder nach der Bewegung dürfen die Schmerzen moderat ansteigen. Auf einer Skala von 0–10 sollten sie in der Regel nicht über 0–5 liegen. Wichtig ist, dass die Schmerzen spätestens innerhalb von 24 Stunden wieder auf das gewohnte Niveau zurückgehen und sich nicht von Tag zu Tag steigern.
Was du bei Arthrose im Winter eher meiden solltest
- vollständige Schonung über mehrere Tage
- lange unbewegte Sitzphasen
- kalte, ungeschützte Gelenke
- ruckartige oder ungewohnte Belastungen ohne Vorbereitung
Diese Faktoren können Steifheit und Schmerzen verstärken.

Wie Physiotherapie unterstützen kann
Physiotherapie kann bei Arthrose im Winter unterstützen, zum Beispiel durch:
- gelenkschonende Mobilisation
- Anleitung zu passenden Übungen zur Kräftigung der gelenkumgebenden Muskulatur
- Verbesserung der Bewegungsökonomie im Alltag
- individuelle Trainingsanpassungen
Wann du unbedingt zum Arzt musst – Red Flags
Bitte lass deine Beschwerden ärztlich abklären, wenn zusätzlich eines oder mehrere dieser Symptome auftreten:
- starke, neu auftretende Gelenkschwellung
- deutliche Rötung und Überwärmung
- Fieber oder ausgeprägtes Krankheitsgefühl
- starke Schmerzen nach Sturz oder Unfall
- rasch zunehmende Bewegungseinschränkung
Diese Zeichen müssen medizinisch beurteilt werden.
FAQ: Häufige Fragen zu Gelenkschmerzen bei Kälte & Arthrose
Warum tut Arthrose im Winter mehr weh?
Kälte, weniger Bewegung und erhöhte Muskelspannung können die Schmerzwahrnehmung verstärken.
Ist Wärme bei Arthrose im Winter immer gut?
Wärme wird oft als angenehm empfunden und kann unterstützen, sollte aber bei akuten Entzündungszeichen vorsichtig eingesetzt werden.
Sollte ich mich bei Arthrose im Winter schonen?
Komplette Schonung wird nicht empfohlen. Regelmäßige, angepasste Bewegung ist wichtig. Sie kann Schmerzen reduzieren, die Beweglichkeit verbessern und die Muskulatur rund um das betroffene Gelenk kräftigen.
Welche Bewegung ist bei Arthrose im Winter sinnvoll?
Gelenkschonende, gleichmäßige Bewegungen ohne ruckartige Belastung sind meist gut geeignet. Es gibt jedoch nicht die eine richtige Bewegung. Entscheidend ist, wie der Körper auf die Belastung reagiert und die Intensität entsprechend anzupassen.
Kann Physiotherapie bei Arthrose im Winter helfen?
Physiotherapie kann unterstützen, Beweglichkeit zu erhalten, Schmerzen zu reduzieren und den Alltag besser zu bewältigen.
Ergänzend: strukturiertes Arthroseprogramm GLA:D

GLA:D ist ein strukturiertes, evidenzbasiertes Programm für Menschen mit Knie- und Hüftarthrose, das ursprünglich aus Dänemark stammt.
- insgesamt 18 Einheiten, bestehend aus:
- Einzelterminen
- Gruppentrainingseinheiten
- Schulungseinheiten in Kleingruppen
- leitliniengerechtes Konzept mit dem Ziel, Patient:innen langfristig dazu zu befähigen, ihre Arthrose selbst zu managen
- Inhalte der Schulungen sind u. a.:
- was der eigenen Arthrose guttut
- warum Bewegung eine zentrale Rolle spielt
- wie Training sinnvoll gesteuert wird
- welche Behandlungsansätze tatsächlich sinnvoll sind
Ein besonderer Bestandteil sind zwei strukturierte Schulungseinheiten, die es in dieser Form in der Regelversorgung meist nicht gibt. Ziel ist ausdrücklich nicht, dass Patient:innen dauerhaft auf Physiotherapie angewiesen sind.
Weitere Informationen:
- Netzwerksuche aller teilnehmenden Ärzt:innen und Physiotherapiepraxen unter www.glad-deutschland.de
- Teilnahme über eine Verordnung eines teilnehmenden Netzwerkarztes
- Begleitende App mit Übungen und Schulungsmaterial (Zugang 12 Monate ab Verordnungsausstellung)
- Übersicht der teilnehmenden Krankenkassen unter www.glad-deutschland.de im Bereich „Krankenkassen“
- Kostenübernahme vollständig bei teilnehmenden Krankenkassen
- alternativ Einzelfallantrag oder Selbstzahler (ca. 680 €, praxisabhängig)
- Bei Fragen: info@glad-deutschland.de
