GLA:D® Deutschland: Strukturiertes Programm bei Knie- und Hüftarthrose

Hinweis: Dieser Beitrag dient der fachlichen Information für Ärzte, Therapeuten und interessierte Patienten. Er ersetzt keine individuelle Diagnostik oder Therapieempfehlung. Ob GLA:D® für einen Patienten geeignet ist, entscheidet immer das behandelnde medizinische Team.

Was ist GLA:D® Deutschland?

GLA:D® Deutschland steht für „Gutes Leben mit Arthrose in Deutschland“. Das Programm richtet sich an Menschen mit Knie- oder Hüftarthrose und setzt auf eine leitlinienorientierte, konservative Therapie. Kernidee: Nationale und internationale Empfehlungen zur Arthrosebehandlung werden in einem strukturierten Versorgungskonzept praktisch umgesetzt.

Im Mittelpunkt stehen:

  • gezielte Bewegungstherapie,
  • strukturierte Patientenschulung,
  • und der Aufbau eines aktiven Selbstmanagements im Umgang mit Arthrose.

Das Programm wird in Deutschland von GLA:D® Deutschland in Kooperation mit der Deutsche Arzt Management GmbH (DAMG) umgesetzt. NOVOTERGUM gehört zu diesem Unternehmensverbund und arbeitet als Partner in der Versorgung mit.

Ein wichtiger Partner beim Rollout ist die Krankenkasse BARMER. Nach einer erfolgreichen Pilotphase in Nordrhein-Westfalen weitet die BARMER das Arthrose-Versorgungsprogramm GLA:D® seit 2026 schrittweise auf ganz Deutschland aus. Damit haben perspektivisch Millionen Versicherte mit Knie- oder Hüftarthrose Zugang zu einer strukturierten, evidenzbasierten Arthroseversorgung.

Hier geht es zum Artikel der BARMER zum bundesweiten Rollout von GLA:D® Deutschland

Für welche Patienten ist GLA:D® geeignet?

GLA:D® richtet sich an erwachsene Patienten mit:

  • Kniearthrose (Gonarthrose)
  • Hüftarthrose (Coxarthrose)
  • und – je nach Vertrag – auch an Patienten mit degenerativen Meniskusläsionen.

Ziele der Versorgung sind unter anderem:

  • Schmerzen zu reduzieren,
  • Beweglichkeit, Kraft und Stabilität zu verbessern,
  • den Alltag trotz Arthrose aktiver gestalten zu können,
  • und Operationen möglichst erst dann zu erwägen, wenn konservative Maßnahmen ausgeschöpft sind.

Kontraindikationen und Begleiterkrankungen (z. B. kardiovaskuläre Einschränkungen, akute Entzündungen) müssen wie bei jeder Bewegungstherapie individuell geprüft werden.

So läuft das GLA:D® Programm ab

GLA:D® folgt einem klaren, standardisierten Ablauf mit insgesamt 18 Einheiten über etwa 12 Wochen:

  1. Einschreibung und Assessment
    • Einschreibung durch teilnehmende Haus- oder Fachärzte im GLA:D® Webportal.
    • Digitales Fragebogen-Assessment zur Erfassung der Ausgangssituation.
  2. 3 Einzelsitzungen
    • Eingangsuntersuchung mit Tests und Funktionsanalyse.
    • Einführung in das Übungsprogramm und individuelle Zieldefinition.
  3. 2 Patientenschulungen (Edukation)
    • Hintergrundwissen zu Arthrose, Schmerz, Belastung und Training.
    • Strategien für den Alltag und den aktiven Umgang mit Symptomen.
  4. 12 Trainingseinheiten in Kleingruppen
    • neuromuskuläres Übungsprogramm (ca. 60 Minuten)
    • Fokus auf Kraft, Stabilität, Beweglichkeit und Körperwahrnehmung, mit anpassbaren Schwierigkeitsstufen.
  5. Abschlussuntersuchung
    • erneute Tests zur Erfolgskontrolle
    • Auswertung der Ergebnisse und Planung der weiteren Vorgehensweise.

Begleitend kommt eine GLA:D® App bzw. Webversion zum Einsatz, die Termine, Übungen und Infomaterial bündelt und das Selbstmanagement unterstützt.

Vorteile für Patienten

Studien und Programmauswertungen aus mehreren Ländern – darunter Deutschland – zeigen, dass viele Teilnehmer nach dem GLA:D® Programm von Verbesserungen berichten. Dazu gehören unter anderem:

  • weniger Schmerzen im Alltag,
  • bessere Gelenkfunktion (z. B. sicheres Gehen, Treppensteigen),
  • mehr Lebensqualität und Aktivität,
  • reduzierter Bedarf an Schmerzmedikation.

Wichtiger Bestandteil ist dabei die Kombination aus:

  • Edukation – Verständnis für die eigene Arthrose und die Rolle von Bewegung,
  • Training – regelmäßige, angeleitete Übungen mit progressiver Belastungssteigerung,
  • Selbstmanagement – Strategien, um auch nach Programmende aktiv zu bleiben.

GLA:D® versteht sich als konservatives Versorgungskonzept. Eine Operation bleibt möglich, steht aber in der Regel erst dann im Fokus, wenn nicht-operative Maßnahmen ausgeschöpft sind und weiterhin deutliche Einschränkungen bestehen.

Vorteile für Arztpraxen

Für Haus- und Fachärzte bietet GLA:D® mehrere organisatorische und wirtschaftliche Vorteile:

1. Bundesweiter Selektivvertrag mit der BARMER

Die Teilnahme am GLA:D® Programm ist über einen bundesweiten Selektivvertrag mit der BARMER möglich. Die Kasse bietet ihren Versicherten GLA:D® nach einer Pilotphase nun bundesweit an und honoriert die Einschreibung der Patienten extrabudgetär. Für Arztpraxen bedeutet das: Sie können ein wissenschaftlich fundiertes Arthroseprogramm empfehlen, ohne ihr Heilmittelbudget zu belasten – und profitieren gleichzeitig von einer zusätzlichen Vergütung pro eingeschriebenem Patienten.

2. Budgetneutrale Verordnung

  • Die Teilnahme am GLA:D® Programm erfolgt über Selektivverträge mit gesetzlichen Krankenkassen (z. B. BARMER).
  • Die Verordnung belastet nicht das Heilmittelbudget der Praxis.

3. Extrabudgetäre Vergütung

  • Für die Einsteuerung eines Patienten in das Programm erhalten teilnehmende Ärzte eine extrabudgetäre Vergütung (z. B. 60 € je Einschreibung im BARMER-Vertrag, abzüglich Managementfee). 2601_Onepager-GLAD-Aquise-Ärzte…
  • Die Abrechnung erfolgt über die Deutsche Arzt Management GmbH, die die Vergütung mit den Kostenträgern abrechnet.

4. Leitliniengerechte, strukturierte Versorgung

  • Ärzte überweisen in ein zertifiziertes, evidenzbasiertes Programm mit klar definierten Qualitätsstandards.
  • Standardisierte Tests zu Beginn und Ende machen den Verlauf messbar.

5. Entlastung im Praxisalltag

  • Die konkrete Ausgestaltung der Therapie (Schulung, Training, Dokumentation) erfolgt in den teilnehmenden Physiotherapiezentren.
  • Über das GLA:D® Portal und Abschlussberichte erhalten Ärzte auf Wunsch strukturierte Rückmeldungen zum Therapieverlauf.

GLA:D® Deutschland und NOVOTERGUM: Partner in der Arthroseversorgung

GLA:D® Deutschland wird in Deutschland durch die Deutsche Arzt Management GmbH (DAMG) koordiniert. NOVOTERGUM gehört zu diesem Unternehmensverbund und wirkt als Partner in der Versorgung mit.

Für Patienten und Ärzte bedeutet das:

  • Zugang zu zertifizierten Physiotherapiezentren, die GLA:D® umsetzen,
  • gebündelte Erfahrung aus Physiotherapie, Versorgungsmanagement und Vertragswesen,
  • eine eng vernetzte Zusammenarbeit zwischen Arztpraxen, Physiotherapie und Kostenträgern.

NOVOTERGUM kann damit an vielen Standorten neben der klassischen Physiotherapie auch moderne, strukturierte Programme wie GLA:D® in die Versorgung integrieren.

Teilnahme: So kommen Patienten ins Programm

Der typische Weg in das GLA:D® Programm sieht so aus:

  1. Ärztliche Einschreibung
    • Der Patient stellt sich in einer teilnehmenden Arztpraxis vor.
    • Der Arzt prüft Indikation und Kontraindikationen und schreibt den Patienten über das GLA:D® Webportal ein.
  2. Zugangsdaten & App
    • Der Patient erhält eine Verordnungs-PIN bzw. Zugangsdaten, mit denen er sich in der GLA:D® App oder Webversion registriert.
  3. Wahl des Physiotherapiezentrums
    • Über das Netzwerk von GLA:D® wird ein teilnehmendes Physiotherapiezentrum in Wohnortnähe gewählt (z. B. ein NOVOTERGUM Standort).
  4. Start des Programms
    • Nach Terminvereinbarung beginnt die 12-wöchige Programmphase mit Einzeluntersuchungen, Schulungen und Gruppentrainings.
  5. Abschluss & Nachsorge
    • Am Ende stehen Abschlussuntersuchung, Auswertung der Ergebnisse und Empfehlungen für das weitere Training – unterstützt durch App/Webversion.

FAQ: GLA:D® Deutschland

Was ist GLA:D® Deutschland in einem Satz?

GLA:D® Deutschland ist ein strukturiertes, evidenzbasiertes Programm für Menschen mit Knie- oder Hüftarthrose, das Aufklärung, gezieltes Training und Selbstmanagement kombiniert, um die konservative Arthroseversorgung zu stärken.

Ersetzt GLA:D® eine Operation?

Nein. GLA:D® verfolgt das Ziel, konservative Maßnahmen bestmöglich auszuschöpfen und Patienten für ein aktives Leben mit Arthrose zu befähigen. Eine Operation bleibt eine Option, kommt aber in der Regel erst dann infrage, wenn trotz strukturierter, nicht-operativer Behandlung weiterhin relevante Beschwerden bestehen.

Wie lange dauert das Programm?

Das Standardprogramm umfasst 18 Einheiten über etwa 3 Monate: drei Einzelsitzungen, zwei Schulungstermine und zwölf Gruppentrainings, ergänzt durch digitale Begleitung.

Welche Rolle spielen Ärzte im GLA:D® Konzept?

Ärzte stellen die Diagnose, prüfen die medizinische Eignung und melden Patienten im GLA:D® Portal an. Anschließend übernehmen zertifizierte Physiotherapiepraxen die Durchführung des Programms. Ärzte können Abschlussberichte und Auswertungen nutzen, um den weiteren Behandlungsweg zu planen.

Ist die Verordnung für Ärzte budgetneutral?

Ja. Die Teilnahme am GLA:D® Programm erfolgt über Selektivverträge mit Krankenkassen. Die Verordnungen belasten nicht das Heilmittelbudget; die Einschreibung wird extrabudgetär vergütet.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?

Für gesetzlich Versicherte übernehmen teilnehmende Krankenkassen – etwa die BARMER – die Kosten im Rahmen von Selektivverträgen nach § 140a SGB V. Für andere Konstellationen (Selbstzahler, Privatversicherte, Einzelfallanträge) gelten die jeweiligen Vertragsbedingungen.

GLA:D® Deutschland: Strukturiertes Programm bei Knie- und Hüftarthrose

Blankoverordnung Schulter: Effiziente Zusammenarbeit für eine optimale Patientenversorgung

Krankengymnastik am Gerät (KGG) für onkologische Patienten

Wärme oder Kälte bei Schmerzen? Die einfache Entscheidungshilfe

Bandscheibenvorfall oder Bandscheibenvorwölbung – wo liegt der Unterschied?

Nächtliche Schulterschmerzen: Ursachen, Schlafpositionen & physiotherapeutische Hilfe

Kategorien:

Nach oben scrollen

Am GLA:D® Programm teilnehmen?Laden Sie hier die Teilnahmeerklärung für Ihre Praxis herunter und erhalten Sie alle Infos zum kostenlosen Onboarding-Webinar.